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Gemeinsam stärker als jeder für sich allein

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Liebe Schülerinnen und Schüler, liebe Eltern und Großeltern,
liebe Kolleginnen und Kollegen,

ich freue mich, dass ich jedes Jahr diese besondere Stimmung hier erleben und ein paar Worte an euch an eurem ersten Schultag richten darf.

In unserer Pausenhalle liegen heute wieder einmal so viele verschiedene Gefühle in der Luft, dass einem selbst fast ein bisschen schwummerig werden kann. Da ist viel Freude zu spüren, ein neues Kapitel aufzuschlagen, eine neue Schule kennenzulernen und viele neue Menschen zu treffen.

Aber vielleicht gibt es bei einigen von euch auch ein kleines bisschen Unsicherheit. Denn wer weiß schon am ersten Tag, ob man sich an einer neuen Schule wirklich wohlfühlen wird?

Manche von euch haben bereits Geschwisterkinder an unserer Schule oder haben viele Freundinnen und Freunde aus der Grundschule mitgebracht. Andere kommen vielleicht ganz allein hier an. Einige werden mutig losgehen und neugierig alles erkunden. Andere werden vielleicht erst einmal etwas zurückhaltender sein, die vielen neuen Eindrücke auf sich wirken lassen und nach und nach ihre Scheu ablegen.

Und wisst ihr was? All das ist völlig in Ordnung.

Denn eines habt ihr alle gemeinsam: Ihr seid ab heute Teil einer neuen Gemeinschaft. Ihr seid Schülerinnen und Schüler der Gyula Trebitsch Schule Tonndorf.

Eine Schule für alle: für Große und Kleine, für Laute und Leise, für Kinder und Jugendliche, für junge Erwachsene – und sogar für etwas ältere Erwachsene. Einer davon steht gerade vor euch.

Wir alle sind Teil dieser Schulgemeinschaft. Wir lernen hier miteinander und voneinander – vormittags und zum Teil auch am Nachmittag.

Natürlich könnte Schule auch ganz anders aussehen. Man könnte euch zum Beispiel einen großen Stapel Arbeitsblätter nach Hause schicken. Dazu gäbe es ein paar Erklärvideos. Bis zum Ende des Schuljahres bearbeitet ihr alles und schickt die fertigen Arbeitsblätter wieder zurück.

Aber mal ehrlich: Das wäre doch ziemlich langweilig, oder?

Keine Freundinnen und Freunde. Keine Mitschülerinnen und Mitschüler. Keine Pausen. Keine Lehrerinnen und Lehrer. Keine gemeinsamen Projekte und keine Arbeitsgemeinschaften – keine Schulband, keine Eventtechnik-AG und all die anderen Dinge, die Schule zu mehr machen als nur ein Ort an dem Unterricht stattfindet.

Doch Lernen in einer Gemeinschaft ist nicht immer einfach. Wir Menschen sind schließlich sehr unterschiedlich. Manche brauchen viel Bewegung und Action, während andere gerade Ruhe zum konzentrierten Arbeiten brauchen. Manche machen gerne viele Späße, während andere vielleicht gerade versuchen, eine schwierige Aufgabe zu verstehen.

Genau deshalb wird es in den nächsten Wochen eine wichtige Aufgabe sein, dass ihr euch immer besser kennenlernt. Dass ihr als Klasse zusammenwachst. Dass ihr neue Freundschaften schließt. Dass ihr lernt, euch gegenseitig zu respektieren und die Bedürfnisse der anderen wahrzunehmen.

Denn wenn wir achtsam miteinander umgehen, wenn wir Rücksicht nehmen und uns gegenseitig unterstützen, dann funktioniert auch das Lernen miteinander und voneinander viel besser.

Und in dieser Gemeinschaft steckt eine ungeheure Kraft.

Manchmal ist diese Kraft sogar viel größer als die Summe der einzelnen Menschen, die eine Gemeinschaft bilden.

Denkt einmal an das Stück, das wir gerade von unserer Schulband gehört haben. Wie hätte es wohl geklungen, wenn wir nur den Bass gehört hätten? Oder nur die Gitarre? Oder nur den Gesang?

Jedes Instrument für sich kann großartig sein. Aber die besondere Magie entsteht erst im Zusammenspiel.

Genauso ist es auch beim Lernen.

Vielleicht stellt eure Mitschülerin eine Frage, auf die ihr selbst noch gar nicht gekommen seid. Eure Lehrerin oder euer Lehrer erklärt daraufhin etwas – und plötzlich versteht ihr einen Rechenweg, der euch vorher völlig kompliziert erschien.

Oder ihr helft einem Mitschüler bei einer schwierigen Aufgabe. Dabei merkt ihr vielleicht, dass ihr selbst etwas noch viel besser verstanden habt, weil ihr es jemand anderem erklären musstet.

Wir lernen miteinander und wir lernen voneinander. Und wir sind gemeinsam stärker als jeder für sich allein.

Zu dieser Gemeinschaft gehören neben euch, euren Mitschülerinnen und Mitschülern sowie euren Lehrerinnen und Lehrern natürlich auch eure Eltern.

Liebe Eltern, Sie werden Ihre Kinder auch in den kommenden Jahren weiterhin begleiten, unterstützen und ihnen immer wieder Mut machen. Sie schaffen damit wichtige Voraussetzungen dafür, dass Ihre Kinder sich weiterentwickeln, Verantwortung übernehmen und die Welt neugierig und voller Tatendrang entdecken können.

Und Sie haben für heute bereits etwas ganz Besonderes für Ihre Kinder vorbereitet: Noch vor den Ferien haben Sie einen der bunten Zettel, die wir dort oben aufgehängt haben mit einem ganz persönlichen Wunsch für Ihr Kind beschrieben.

Vielleicht habt ihr euren Wunsch ja schon entdeckt?

Falls nicht: Keine Sorge. Ihr habt in den nächsten Tagen noch Gelegenheit, euch auf die Suche zu machen.

Liebe neue Fünftklässlerinnen und Fünftklässler,

heute beginnt für euch ein neues Kapitel. Ich wünsche euch, dass ihr hier Menschen findet, mit denen ihr lachen könnt, Freunde, auf die ihr euch verlassen könnt, Lehrerinnen und Lehrer, die euch begeistern, und viele besondere Momente, an die ihr euch später gerne zurückerinnern werdet.

Vor allem aber wünsche ich euch, dass ihr euch hier zu Hause fühlt und euren Platz in unserer Gemeinschaft findet.

Herzlich willkommen an der Gyula Trebitsch Schule Tonndorf! Ich wünsche euch eine wunderschöne, spannende und erfolgreiche Schulzeit.

Axel Pörschke, Abteilungsleiter für die Jahrgänge 5 und 6